Ingame-Hochzeiten

Meine persönlichen Erfahrungen beschränken sich ausschließlich auf das Online-Rollenspiel freewar.de, mir ist jedoch auch von anderen Online-Spielen (wie beispielsweise World of Warcraft) bekannt, dass es online abgehaltene Hochzeiten gibt (die natürlich weder rechtlich noch im richtigen Leben als gültig bzw. ernstgemeint anzusehen sind).
Die Arten von Ehen, die ich hier nicht meine, sind solche von Menschen, die sich im richtigen Leben bereits gefunden haben und nun nur im Spiel ihren Zusammenhalt verdeutlichen wollen. Ich beziehe mich hierbei also ausschließlich um Menschen, die eine virtuelle Ehe eingehen und dahinter keinen reallife-Hintergrund sehen. Sich im Spiel also durchaus als ‚Schatz‘ betiteln, im richtigen Leben jedoch nicht zusammen sind.
Der Trend dieser Online-Hochzeiten ging im Spiel Freewar soweit, dass der Administrator Sotrax im Juni 2004, 8 Monate also nach Spielstart und noch vor der Eröffnung eines zweiten Servers, einen Juwelier ins Spiel integrierte, der Eheringe (als Items) verkauft. So wollte sich der Administrator die zusätzliche Arbeit, die er durch die immer wiederkehrenden Anfragen nach speziell Eheringen als Uniques hatte, sparen.
Ich frage ich jedoch, wieso diese Hochzeiten so interessant sind. Wieso Menschen, die sich kaum kennen, heiraten müssen/möchten. Möchten sie dadurch wirklich nur ihre Liebe zueinander zeigen? Ich wage zu bezweifeln, dass alle heiratenden Päarchen tatsächlich deratige Gefühle untereinander entwickelt haben. Eher stehen (leider) bei vielen, gerade jüngeren und neueren Spielern die Geschenke im Vordergrund. Bei einigen speziellen Fällen vermutlich auch die Bekanntheit bzw. Aufmerksamkeit, die sie dadurch erhalten.
Gibt es Hochzeiten auch das anderen Gründen? Natürlich, bestimmt aus Liebe, Zuneigung.. ganz sicher. Doch wieso müssen die Hochzeiten dann in aller Öffentlichkeit stattfinden? Und wieso kann man seine Zuneigung nicht anders zeigen, beispielsweise in Briefen, Bildern, Gedichten, einfach schönen Geschenken an den ‚Partner‘?
Ich persönlich kann Hochzeiten innerhalb eines Spiels nicht wirklich nachvollziehen. Und werde auch in Zukunft als Pastor nur noch zur Verfügung stehen, wenn es sich um enge Freunde handelt oder die Bitte ordentlich vorgetragen wurde. Andernfalls werde ich auf dieses „Vergnügen“, das gerade als Pastor sehr viel Zeit der Vorbereitung (des Textes, der natürlich mit besonderen Floskeln, lustigen Stellen wie auch hmtl-Verzierungen und Individualisierungen erwartet wird) in Anspruch nimmt (und selbstverständlich nicht gedankt wird) verzichten.

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