Der Tischmangel im Abitur

Ich befinde mich in einem großen Klassenraum. Ganz wie es im Abitur üblich ist, sind die Einzeltische ordentlich, ähnlich einem Schachbrettmuster, angeordnet, halten die Mindestabstände ein, sind die Schüler an den Tischen je so verteilt, dass sie nicht neben sich jemanden des gleichen Kurses sitzen haben. Ich schreibe an diesem Vormittag gleich zwei Fächer gleichzeitig, Mathematik und Geschichte und habe daher von beiden Fachbereichen die weißen Aufgabenblätter vor mir liegen. Jedoch sitze ich nicht alleine an dem Einzeltisch, sondern muss ihn mir mit einer Freundin, Anna, teilen, sodass wir beide recht wenig bis garkeinen wirklichen Platz zum Schreiben haben. Immer wieder kommen sich unsere Ellenbogen in die Quere, zumal ich mit Links schreibe und rechts sitze und sie spiegelverkehrt mit Rechts schreibt und links sitzt. Dieses gegeneinander Gerangel geht so weit, dass sich langsam aber sicher die Luft zwischen uns aufläd. Wir sind beide nach und nach immer schlechter gelaunt, können uns kaum noch auf die Aufgaben konzentrieren, sondern warten immer mehr den Augenblick ab, an dem der andere mit seinem Ellenbogen die unsichtbare Linie der Mitte des Tisches überschreitet und damit sich einer Gebietsübertretung schuldig macht.

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